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Speicherfresser im Terminal aufspüren: Das interaktive Speicher-Tool ncdu

Festplatte voll, aber du weißt nicht, wo die gigantischen Dateileichen vergraben sind? Wer regelmäßig unter Linux auf der Kommandozeile arbeitet, greift in diesem Moment meist zum klassischen du-Befehl.

Ein typischer Aufruf wie du -sh * liefert zwar die Größen der Ordner im aktuellen Verzeichnis, bleibt aber starr und unübersichtlich. Möchtest du tiefer in Unterordner abtauchen, musst du den Pfad manuell anpassen und den Befehl wieder und wieder eintippen.

Hier kommt ncdu (NCurses Disk Usage) ins Spiel: Ein extrem leichtgewichtiges, schnelles Terminal-Tool, das dir deine Speicherbelegung in einer interaktiven Benutzeroberfläche präsentiert.

Warum ncdu der beste Speicher-Inspector ist

ncdu verbindet die Geschwindigkeit des Terminals mit dem Komfort einer visuellen Ordneranalyse.

  • Interaktive Navigation: Du kannst mit den Pfeiltasten direkt durch Verzeichnisse wandern – genau wie in einem grafischen Dateimanager.
  • Visuelle Ladebalken: Ordner werden automatisch nach Größe sortiert. Kleine Balken aus #-Zeichen zeigen dir sofort, welches Verzeichnis den meisten Platz beansprucht.
  • Direktes Aufräumen: Findest du alte ISO-Images, Logfiles oder ungenutzte Node-Module, kannst du sie direkt aus dem Tool heraus löschen.
  • Ressourcenschonend: ncdu ist in C geschrieben, verbraucht kaum Speicher und läuft selbst auf schwachbrüstigen Servern oder einem Raspberry Pi rasend schnell.

In zwei Sekunden installiert

ncdu gehört zum Standard-Repertoire fast aller Linux-Distributionen und ist über die offiziellen Paketquellen sofort griffbereit. Falls es auf Deinem Linux noch nicht verfügbar ist, lässt es sich ruckzuck installieren – und zwar so:

Ubuntu / Debian:

sudo apt install ncdu

Arch Linux / Manjaro:

sudo pacman -S ncdu

Fedora / RHEL:

sudo dnf install ncdu

So nutzt du ncdu im Alltag

Starte das Tool einfach im Verzeichnis, das du analysieren möchtest. z.B.

sudo ncdu /

Um das gesamte System zu scannen, rufst du es am besten mit Root-Rechten im Wurzelverzeichnis auf:

sudo ncdu /

Beim ersten Scan dauert der Durchgang etwas – alle nachfolgenden Aufrufe gehen aber superschnell über die Bühne.

Die wichtigsten Tastenkürzel im Überblick:

TasteFunktion
/ (Pfeiltasten)Durch Ordner und Dateien navigieren
/ EnterIn das gewählte Verzeichnis hineinwechseln
Eine Ordnerebene nach oben gehen
dAusgewählte Datei oder Ordner löschen (mit Sicherheitsabfrage)
gAnzeige-Modus umschalten (Prozent, Ladebalken, Beides)
qncdu beenden

Fazit: Das Schweizer Taschenmesser für volle Festplatten

Kein lästiges Tippen von verschachtelten du-Befehlen mehr: Mit ncdu findest und beseitigst du Speicherfresser auf deinem Linux-System in Sekunden. Es gehört definitiv in die Werkzeugkiste jedes Sysadmins und Terminal-Liebhabers.