Auf der Festplatte landen unzählige Dateien: Programme, Musik, Fotos, Videos und Spiele werden kreuz und quer auf den runden Scheiben verteilt. Windows legt die Dateien beim Speichern einfach dort ab, wo gerade Platz ist. Fast wie in einer Rumpelkammer heißt es: Tür auf, Datei rein, Tür wieder zu. Das ist zwar beim Speichern recht praktisch, weil es schnell geht, führt aber dann doch irgendwann zum reinsten Datenchaos.
Wie fit ist Ihre Festplatte wirklich? Auch wenn die S.M.A.R.T.-Gesundheistprüfung keinen Befund liefert, kann es schlecht stehen um den Datenträger. Schuld daran sind dann nicht etwa Hardware-Fehler, die S.M.A.R.T. finden würde, sondern so genannte logische Fehler. Das sind Fehler in der Datenstruktur auf der Festplatte. Defekte Dateien oder unlesbare Dateireste, die insbesondere bei Abstürzen auftreten, können die Ursache hierfür sein.
Egal, ob Sie Ihre Festplatte „am Stück“ oder in Form von Partitionen verwenden: Das wichtigste Kriterium für Ordnung auf der Festplatte ist die richtige Ordnerstruktur. Gerade auf der Festplatte macht sich das Sprichwort „Ordnung ist das halbe Leben“ bezahlt. Bei mehreren tausend Dateien auf dem Datenträger spielt Ordnung von Anfang an eine wichtige Rolle.
Neu gekaufte Computer verfügen in den meisten Fällen über nur eine Festplatte, die Sie in Windows als Lokaler Datenträger C: wieder finden. Mitunter tauchen aber weitere Festplatten-Laufwerksbuchstaben – z. B. D: oder E: – auf, obwohl nur eine einzige Festplatte eingebaut ist. In diesem Fall wurde die Festplatte in so genannte Partitionen (Teilbereiche) unterteilt. Jede Partition der Festplatte erhält dann im Arbeitsplatz einen eigenen Laufwerksbuchstaben. Für Windows sieht es so aus, als wären weitere Festplatten installiert – obwohl es sich physikalisch nur eine einzige, dafür aber aufgeteilte Platte handelt.
Eigenartig: Immer, wenn der Computer eigentlich nichts zu tun hat, meldet sich die Festplatte lautstark zu Wort. Das Lämpchen der Festplatte blinkt unentwegt, obwohl Sie kein Programm nutzen. Der Grund: Windows nutzt die Arbeitspausen und legt während der Pausenzeiten einen Index (ein Inhaltsverzeichnis) Ihrer Festplatte an. Mit Hilfe des Index kann Windows später Suchanfragen schneller beantworten.
Windows ist sehr gewissenhaft: Jeder Datei auf der Festplatte drückt es einen Zeitstempel auf, den sogenannten „Last Access Stamp“. Darin merkt sich Windows, wann zuletzt auf eine Datei zugegriffen wurde. Sie ahnen es: Beim Zugriff auf Ordner mit mehreren hundert Dateien entpuppt sich der Zeitstempel als kleine Leistungsbremse. Der Verlust liegt pro Datei zwar nur im Millisekunden-Bereich, das kann sich aber beim Zugriff auf hunderte von Dateien schnell summieren.
Immer diese Altlasten: Früher – das heißt: 1981 – mussten Dateinamen kurz sein. Richtig kurz. Lediglich acht Zeichen standen pro Datei zur Verfügung. Kryptische Namen wie „STRERKL8“ statt „Steuererklärung 1988“ oder „RECHMAI8“ statt „Rechnung Maier 1988-8“ waren keine Seltenheit.